Begleitete gemeinnützige Arbeit

Gemeinnützige ArbeitGemeinnützige Arbeit als Wiedergutmachung

Wiedergutmachung sollte im Strafrecht oberste Priorität haben. Gerade für junge Straftäter ist dieses Prinzip unserer Meinung nach von elementarer Bedeutung. Die Ableistung gemeinnütziger Arbeit bietet eine gute Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Oft reicht die reine Ableistung von Stunden jedoch nicht, um unangemessene Ansichten oder Verhaltensweisen bei jungen Straftätern im Alltag zu verändern. Um dem entgegenzuwirken, bietet der Seehaus e. V. begleitete gemeinnützige Arbeit an.

Im Seehaus Leonberg haben junge Menschen die Möglichkeit, ihre Sozial- oder Arbeitsstunden mit Begleitung von Pädagogen oder Handwerkern mit pädagogischer Erfahrung und Weiterbildung abzuleisten. Diese Beziehung steigert im Idealfall das Durchhaltevermögen. Durch Einzelgespräche während der Stunden besteht so die Chance, auch an Alltagsschwierigkeiten und Problemen der jungen Leute zu arbeiten.

Ziele der begleiteten gemeinnützigen Arbeit:

  • Förderung sozialer Verantwortung durch gesellschaftlich relevante Arbeitsprojekte
  • Beschäftigung mit der eigenen Lebenssituation
  • Zukunftsorientierung
  • Verantwortungsübernahme
  • Entwicklung einer Strategie zur Erreichung der eigenen Ziele (Schulabschlüsse, Ausbildung, Beziehungen…)
  • Reflexion der Straftat(en) – daraus resultierende Entwicklung von Handlungsalternativen
  • Kennenlernen des gesellschaftlichen Lebens vor Ort – mit dem Ziel, sich darin zu integrieren

Methoden/Techniken der begleiteten gemeinnützigen Arbeit:

  • Klar einzuhaltende Arbeitszeiten
  • Einzelgespräche
  • Praktische Arbeiten
  • Einzelfallhilfe
  • Opfersichtvermittlung

Pädagogische Begleitung

Begleitete gemeinnützige ArbeitDie durchgeführten Arbeiten werden gemeinsam mit den jungen Leuten vor- und nachbesprochen. Sie sollen sich als selbstwirksam erleben, um damit mehr Selbstbewusstsein und eine stärkere Persönlichkeit zu erlangen.

Dies geschieht in der Arbeit u. a. durch:

  • Bearbeitung auftretender Konflikte
  • Reflexion der geleisteten Arbeit
  • Anleitung und Unterstützung bei gestellten Aufgaben
  • Ausbau und Reflektion von Fähigkeiten der Jugendlichen, wie z. B. Arbeitsmotivation, Arbeitsqualität, selbstständiges Arbeiten etc.
  • Regelmäßige Zielformulierung und Zielüberprüfung

Mögliche Arbeitsfelder:

Von den Teilnehmern sollen folgende Arbeiten ausgeführt werden:

  • Reinigung und Pflege des Geländes vom Seehaus e.V.
  • Unterstützung von Sportvereinen, Kirchengemeinden, o.ä. im Umkreis (eventuell eine langfristige Integration in diese Bereiche)
  • Aufträge der Stadt, wie z. B. Pflege und Reinigung öffentlicher Plätze, Auf- und Abbau von Veranstaltungen
  • Unterstützung der Arbeit in Altersheime
  • Unterstützung gemeinnütziger Einrichtungen, Vereine und Verbänden, wie z. B. des Naturschutzbunds
  • Hilfsgütertransporte vorbereiten
  • Betreuung behinderter Menschen
  • Erntehelfer, z. B. auf Streuobstwiesen
  • Handwerkliches Arbeiten in verschiedenen Bereichen

Artikel in der Kreiszeitung Böblinger Bote:

Bei Sozialstunden Persönlichkeit prägen

Das Seehaus Leonberg bietet neuerdings auch „Begleitete gemeinnützige Arbeit“ an

17.02.15 LEONBERG (red). Jugendliche oder Erwachsene, die Sozialstunden ableisten müssen, bei ihrem Einsatz anzuleiten und pädagogisch zu betreuen – das ist das zentrale Anliegen des Arbeitsbereiches „Begleitete gemeinnützige Arbeit“, den das Seehaus Leonberg ins Leben gerufen hat und der gut angenommen wird. Zuständig für diese Aufgabe sind Ulrike und Markus Breimaier.

Die Jugendgerichtshilfe im Raum Böblingen/Leonberg