Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

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Seehaus sucht Gastfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Der Seehaus e. V. hat sein Tätigkeitsfeld erweitert und engagiert sich für die Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF). Dabei nutzt  Seehaus e. V. seine jahrelangen Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Im Moment leben offiziellen Angaben zufolge rund 70.000 unbegleitete minderjährige Ausländer in Deutschland. Die Landkreise suchen händeringend nach Lösungen für eine gute Unterbringung und Betreuung. Wir suchen Gastfamilien vor allem in den Landkreisen Ludwigsburg, Böblingen, Calw und Karlsruhe.

Der Weg eines jungen Flüchtlings in eine Gastfamilie

Für die unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die in Deutschland registriert sind, ist das jeweilige Jugendamt zuständig.

Zunächst erfolgt ein Clearingverfahren. Das Verfahren beinhaltet die Feststellung der Identität, im Zweifelsfall die Festlegung des Alters, die Suche nach Familienangehörigen, die Klärung der gesundheitlichen Lage, die Ermittlung des Erziehungsbedarfs, die Klärung des Aufenthaltsstatus und die Entscheidung, ob ein Asylantrag gestellt werden soll.

Das Jugendamt ist darüber hinaus befugt, den unbegleiteten minderjährigen Ausländer in einer geeigneten Einrichtung oder Gastfamilie unterzubringen. Die Unterbringung in einer Gastfamilie bietet für die jungen Menschen – in der Regel sind es männliche Jugendliche zwischen 15 und 17 – besondere Vorteile. Sie finden leichter Anschluss an die Gesellschaft und lernen die Sprache und Kultur in einem natürlichen Umfeld kennen.

Bewerbungsprozess

Nach der Kontaktaufnahme bekommt eine potentielle Gastfamilie vom Seehaus e. V. die Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Dabei enthalten sind auch alle Informationen, was für Unterlagen seitens der Familie benötigt werden.

Nach der Auswertung der Bewerbungsunterlagen gibt es ein Vorgespräch und einen Besuch bei der Familie zu Hause. Dabei werden verschiedene Fragen miteinander erörtert, wie z.B.:

  • Wie viel Zeit bin ich/sind wir bereit zu investieren?
  • Welche Einstellung/Meinung haben die eigenen Kinder? Sind diese mit der Aufnahme des Jugendlichen einverstanden?
  • Wird ein Zimmer zur Verfügung gestellt oder soll es eine Lebensgemeinschaft (gemeinsames Essen, sonstige gemeinsame Aktionen, etc.) sein?
  • Wer hat welche Rollen?
  • Wo liegen die Grenzen der Betreuung? Gibt es Einschränkungen hinsichtlich Herkunft, Alter, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit?

Anschließend wird ein Eignungsbericht verfasst und mit den Unterlagen an das Jugendamt weitergegeben. Die endgültige Entscheidung, ob ein junger Flüchtling in die Familie vermittelt wird, trifft das Jugendamt.

Vermittlung und Umzug

Wenn die Entscheidung positiv ausfällt, teilt das Jugendamt dem Seehaus e. V. mit, welcher Jugendliche in Frage kommt. Der Seehaus e.V. organisiert – falls möglich – einen Kennenlerntermin mit dem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling. Ein Mitarbeiter des Seehaus e.V. und in der Regel ein Vertreter des Jugendamtes sind dabei. Anschließend haben die Gastfamilie und der unbegleitete minderjährige Ausländer im Idealfall eine Bedenkzeit, ob ein Zusammenleben vorstellbar ist. Wenn sich beide Seiten dafür entscheiden, erfolgt der Umzug in die Familie.

Finanzielle Unterstützung

Für die Aufnahme und den Unterhalt eines unbegleiteten minderjährigen Ausländers gibt es finanzielle Unterstützung durch die Behörden. Es werden eine monatliche Pauschale, einmaligen Beihilfen und Zuschüssen gezahlt.


In Kooperation mit

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Seehaus arbeitet eng mit der Hoffnungsträger Stiftung zusammen

Hoffnungsträger investiert in integratives Wohnen für Flüchtlinge und Deutsche. Dazu hat sie das Modell der Hoffnungshäuser entwickelt. Das integrative Wohnen wird ergänzt durch Sprachförderung, Arbeitsmarktintegration und enger Begleitung


Veranstaltungstipps

Freundsein 2017 – zweites christliches Forum Flüchtlingsarbeit am 178. März in Korntal. Weitere Informationen gibt es hier.