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Interview mit Katja Fritsche, JVA Adelsheim

Katja Fritsche JVA Adelsheim

Katja Fritsche, Anstaltsleiterin der JVA Adelsheim im Interview

In der aktuellen Ausgabe von „agora42  – Das philosophische Wirtschaftsmagazin“ wird Katja Fritsche, Anstaltsleiterin der JVA Adelsheim zum Thema „Verantwortung übernehmen“ interviewt. Das Heft hat den Themenschwerpunkt Leitbilder.

 

(Quelle: agora42 3/2016, Fotos: Janusch Tschech)

 

Verantwortung übernehmen –

Interview mit Katja Ftitsche

Frau Fritsche, wie sind Sie dazu gekommen, in Adelsheim, im tiefsten Odenwald, ein Gefängnis mit lauter “harten Jungs” zu leiten?

Es hat sich so ergeben, wie es so schön heißt. Ich habe Jura studiert und lange Zeit als Jugendrichterin in Heilbronn gearbeitet. Wenn ich damals angeklagte Jugendliche zu einer Freiheitsstrafe verurteilt habe, stellte ich mir oft die Frage: Was passiert eigentlich mit den Jungs im Gefängnis? Was macht so eine Zeit im Gefängnis mit den Menschen? Denn, so erstaunlich es klingt, es ist keine Voraussetzung, dass man ein Gefängnis von innen kennt, wenn man als Strafrichter arbeiten will. Als die Stelle der Leitung der Jugendvollzugsanstalt Adelsheim dann 2014 frei wurde, habe ich mich kurzerhand darauf beworben – und wurde eingestellt.”

Hier gibt es das komplette Interview zum Nachlesen.

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Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Frau Fritsche, ihren Mitarbeitern mit dem Seehaus. Dafür bedanken wir uns herzlich!

Die JVA Adelsheim ist in Baden-Württemberg für den Jugendstrafvollzug zuständig. Die meisten jungen Männer, die ihre Haftstrafe im Seehaus Leonberg verbringen, kommen aus der JVA Adelsheim.

In den ersten zwei Wochen seines Aufenthalts in der Zugangsabteilung wird ein individueller Erziehungsplan erstellt.* Dabei wird auch entschieden, ob ein junger Gefangener im Seehaus als eine der vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Unterbringung eingewiesen werden kann. Die jungen Gefangenen müssen sich für den Aufenthalt im Seehaus bewerben, führen Bewerbungsgespräche mit Mitarbeitern des Seehauses und Gespräche mit Mitarbeitern der Vollzugsanstalt, bevor dann in der Zugangskonferenz entschieden wird.

Neben dem Seehaus Leonberg und dem Projekt Chance als Jugendstrafvollzug in freien Formen, gibt es auch viele andere Möglichkeiten der Differenzierung – sowohl im geschlossenen als auch im offenen Vollzug.

So entscheidet die Zugangskonferenz über die Unterbringung, schulische und berufliche Förderung, Freizeitaktivitäten, therapeutische Behandlung,… (siehe „Erziehung und Betreuung“).

In der JVA Adelsheim gibt es ein Hafthaus für Untersuchungshaft mit ca. 50 Plätzen, die Zugangsabteilung mit 42 Haftplätzen, den Regelvollzug mit Sozialtherapie mit 244 Plätzen, den halboffenen bzw. intern gelockerten Vollzug (wie z.B. die Wohngruppe „Just Community“) mit 84 Plätzen und eine sozialtherapeutische Abteilung mit 24 Plätzen. Daneben gibt es noch den Offenen Vollzug mit einem Freigängerhaus mit 17 Plätzen in Mosbach.

Es gibt ein differenziertes Angebot für schulische Bildung, Ausbildung und Arbeit, Freizeit und Sport und therapeutischen Angeboten

*   siehe Webseite der JVA Adelsheim

 

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