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Traumaberatung für Flüchlinge

Traumatisierte Flüchtlinge bekommen Hilfe
Seehaus e. V. hat spezielles Beratungsangebot entwickelt

Die Einschläge der Bomben und Granaten, der Lärm der Gewehrsalven und die Schreie von verletzten Menschen verfolgen Alima und Rachid (Namen geändert) immer noch im Traum. In letzter Not war ihnen zusammen mit ihren beiden Töchtern im Sommer 2015 die Flucht aus den Bürgerkriegswirren in ihrer syrischen Heimat gelungen. Über den beschwerlichen Weg der Balkanroute kamen sie im Herbst nach Deutschland. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, wieder Boden unter die Füße zu bekommen und ein normales Leben führen zu können.

Für Menschen, die solch schreckliche Erlebnisse verarbeiten müssen kein leichtes Unterfangen, weiß Susanne Abrell von der Trauma- und Opferberatung des Seehaus e. V. „Flüchtlinge, die in ihrem Heimatland lebensbedrohliche Situationen durchgestanden leiden oft sehr lange an den psychischen und physischen Folgen. Hier bei uns müssen sie sich in einer neuen Kultur und einem komplett anderen Umfeld zurechtfinden. Das führt oft wieder zu Stresssituationen“, sagt sie. Aus diesem Grund bietet der Seehaus e. V. den Betroffenen konkrete Hilfe durch psychotraumatologische Beratung an.

Das Angebot richtet sich sowohl an erwachsene als auch an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Wir möchten ihnen Hilfestellung geben, mit belastenden Erlebnissen und Bildern gut umzugehen. Darüber hinaus wollen wir sie ermutigen, an ihren Stärken festzuhalten oder diese neue zu entdecken“, erläutert die Systemische Beraterin und Supervisorin weiter. Außerdem ist das Angebot als Übergangslösung für Flüchtlinge geeignet, die auf einen Trauma-Therapieplatz warten. Und als Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen, die in Gastfamilien leben.

Die Beratung findet auf Deutsch oder Englisch statt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit eine Übersetzerin oder Übersetzer in der Muttersprache hinzuzuziehen. Das Angebot ist kostenfrei oder kann gegebenenfalls aus Mitteln der Jugendhilfe finanziert werden.

Die Beratungsstelle befindet sich im Haus der Diakonie, Agnes-Miegel-Straße 5, in Leonberg. Anfragen sind telefonisch oder per Mail möglich.

Mehr Informationen…

Artikel aus dem Seehaus-Infobrief Nr. 29, Dezember 2016

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