Grundlagen, Haltung und professionelle Orientierung
Der Umgang mit Sexualstraftätern stellt Fachkräfte vor besondere Herausforderungen. Unsicherheiten entstehen häufig durch fehlendes Wissen, gesellschaftliche Vorbehalte oder die persönliche Betroffenheit durch die Delikte. Eine professionelle Haltung und ein fundierter Blick auf die Tätergruppe sind deshalb zentrale Grundlagen für die Arbeit.
Diese Fortbildung lädt zur Reflexion der eigenen beruflichen Haltung ein und vermittelt Grundlagen der deliktorientierten Behandlung von Sexualstraftätern. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in zentrale Konzepte der Behandlung sowie in Möglichkeiten, den Umgang mit dieser Tätergruppe fachlich fundiert zu gestalten.
Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
Termin:
26.–27.01.2027
Uhrzeit:
26.01.2027: 10:00–18:00 Uhr
27.01.2027: 09:00–17:00 Uhr
Ort:
Seehaus-Akademie Leonberg, Glemseck-Saal (Lageplan: 7.), Glemseck 1, 71229 Leonberg (Google Maps)
Zielgruppe:
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte innerhalb und außerhalb des Justizvollzugs. Angesprochen sind insbesondere Mitarbeitende aus dem Sozial- und Psychologischen Dienst im Justizvollzug sowie Fachkräfte aus Bewährungshilfe, freier Straffälligenhilfe, Psychiatrie, Maßregelvollzug, Wiedereingliederungshilfe für psychisch kranke Menschen und stationären Jugendhilfeeinrichtungen.
Teilnahmegebühr:
320 €
Mindestteilnehmerzahl:
8 Personen
Maximale Teilnehmerzahl:
25 Personen
Anmeldeschluss:
12.01.2027
Inhalte der Fortbildung:
Die Fortbildung unterstützt Fachkräfte dabei, ihre eigene professionelle Haltung im Umgang mit Sexualstraftätern zu reflektieren und Unsicherheiten, Vorbehalte oder bestehendes Halbwissen fachlich einzuordnen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein professioneller Umgang mit Menschen gestaltet werden kann, die Sexualdelikte begangen haben. Dabei wird vermittelt, dass grundlegende Haltungen und Umgangsweisen, die auch bei anderen Straftätergruppen hilfreich sind, eine wichtige Grundlage für die Arbeit mit Sexualstraftätern darstellen.
Die Teilnehmenden erhalten Basiswissen zur deliktorientierten Behandlung von Sexualstraftätern und lernen zentrale Inhalte entsprechender Behandlungskonzepte kennen.
Thematische Schwerpunkte sind:
- Reflexion der eigenen Berufsrolle und Haltung gegenüber Sexualstraftaten und Sexualstraftätern
- Grundlagen der deliktorientierten Behandlung von Sexualstraftätern
- Bedeutung der Lebensgeschichte und biografischer Hintergründe für das Verständnis von Straftaten
- Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und Tatentwicklung
- Förderung sozialer Kompetenzen
- Kognitive Verzerrungen und deren Bedeutung im Zusammenhang mit Straftaten
- Schuld, Scham und der Umgang mit eigenen Einstellungen und Bewertungen
- Stufen der Begehung einer Sexualstraftat
- Deliktszenarien und die Bedeutung der detaillierten Auseinandersetzung mit Tat-, Vor- und Nachgeschehen
- Konzepte zur Förderung von Opferempathie
- Rückfallprävention und der Umgang mit Risikofaktoren
- Ergänzende Konzepte wie „Good-Lives-Model“ und „Desistance“
- Grundlagen zu Sexualstraftaten, Kriminalitätsentwicklung sowie Begriffen wie Pädophilie und Hebephilie
Die Inhalte werden durch die Einbeziehung von Erfahrungen der Teilnehmenden, Rollenspiele, Videoausschnitte aus Gesprächen mit Straftätern und Fallbesprechungen praxisnah vermittelt. Eigene Fälle können eingebracht und gemeinsam reflektiert werden.
Seminarleitung
Janina Van Wyk & René Cuadra

Janina Van Wyk ist Sozialarbeiterin, Mediatorin in Strafsachen und Systemische Anti-Gewalt-Trainerin. Durch ihre langjährige Tätigkeit in der Jugend- und Straftäterarbeit verfügt sie über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit Straftätern, darunter auch mit Sexualstraftätern.

René Cuadra ist Diplom-Psychologe und verfügt über eine Ausbildung in systemischer Therapie und systemischer Supervision sowie im Bereich Paar- und Sexualtherapie. Seit 30 Jahren arbeitet er im Justizvollzug mit einem Schwerpunkt in der Behandlung von Gewalt- und Sexualstraftätern. Er führt seit 25 Jahren Gruppenbehandlungen mit Gewalt- und Sexualstraftätern durch und verfügt außerdem über Erfahrung in Suchtbehandlungsgruppen, Opferempathie-Trainings sowie der Erstellung kriminalprognostischer Gutachten.
Beide Referierenden verbinden langjährige praktische Erfahrungen aus der Arbeit mit Straftätern und vermitteln unterschiedliche Perspektiven auf einen professionellen und reflektierten Umgang mit Sexualstraftätern.
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Vertiefen Sie Ihr Wissen über den professionellen Umgang mit Sexualstraftätern und reflektieren Sie Ihre eigene Haltung sowie Handlungsmöglichkeiten in der Arbeit mit dieser Tätergruppe.
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