Seehaus-Schule

Eine Schule fürs Leben

Das pädagogische Rahmenkonzept hat die erfolgreiche Integration der Seehaus-Jungs in die Gesellschaft nach der Haft und die Prävention vor weiteren Straftaten zum obersten Ziel. Die berufliche Ausbildung in unseren Betrieben und der Seehaus-Schule ist beim Aufbau einer gelingenden Zukunft ein wesentlicher Baustein.

Die Seehaus-Schule Leonberg ist eine anerkannte einjährige Berufsfachschule. Die jungen Männer können das erste Lehrjahr für Bau-, Holz- und Metallberufe absolvieren und damit gleichzeitig einen Hauptschulabschluss erwerben.

Die Seehaus-Schule Leipzig ist als Berufsschule für das Berufsvorbereitungsjahr in der Berufsbereichskombination Bautechnik/Holztechnik und für ein Berufsgrundbildungsjahr im Berufsbereich Bautechnik/Bereich Ausbau anerkannt.

Schule

Seehaus-Schule, einjährige Berufsfachschule

Einjährige Sonderberufsfachschule

SchuleBei der Seehaus-Schule Leonberg handelt es sich um einjährige Sonderberufsfachschule als Außenstelle der eva Heidenheim GmbH (staatlich anerkannte Ersatzschule).

In einem Jahr erwerben die jungen Männer fachtheoretische und fachpraktische Grundlagen in den Bereichen Holztechnik, Metalltechnik und Bautechnik. Im Seehaus Leonberg können die Berufsschüler das erste Lehrjahr abschließen. Sie bekommen dafür ein offizielles, staatlich anerkanntes Zeugnis. Damit und mit ihrem Praktikumsnachweis haben sie sehr gute Vermittlungschancen auf einen Ausbildungsplatz.

Der Ansatz in den Ausbildungsbetrieben ist es, möglichst viele der Ausbildungsinhalte an realen Kundenaufträgen zu vermitteln. Dadurch wird die Ausbildung praxisnah und umfassend. Zugleich werden wichtige Soft Skills wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und persönliches Auftreten geübt und trainiert. Sollten lehrplanmäßige Inhalte nicht durch vorhandene Aufträge abgedeckt werden können, werden sie anhand von Übungsprojekten vermittelt.

Durch die Vielfältigkeit der Aufträge bekommen die jungen Männer einen umfassenden Einblick auch in benachbarte Berufsfelder. Dies ist ein großer Beitrag in der Berufsorientierung.

Wichtig ist uns der intensive Kontakt zu den Auszubildenden in den Ausbildungsbetrieben, was dem besonderen Ansatz unserer Einrichtung entspricht.

Fachpraxis und Fachtheorie

Schule

Einjährige Berufsfachschule Seehaus-Schule

Von Montag bis Mittwoch absolvieren die jungen Männer in den Seehaus-Betrieben die fachpraktische Ausbildung in der Schreinerei, Metallwerkstatt, Zimmerei sowie im Garten- und Landschaftsbau.

An den beiden restlichen Wochentagen gibt es reinen Schulunterricht. Am Donnerstag steht die Fachtheorie in den jeweiligen Ausbildungsbereichen auf dem Stundenplan, am Freitag allgemeinbildende Fächer wie Englisch, Deutsch, Gemeinschaftskunde, Religion, Wirtschaftskunde und zum Ausgleich Sport.

 

Orientierungsphase und Schuleinstiegskonferenz (SEK)

Die erste Zeit (etwa drei Wochen) kann ein neu ins Seehaus gekommener junger Mann die verschiedenen Betriebe – in der Regel wochenweise – kennenlernen. Nachdem er sich für eine Ausbildung entschieden hat, muss er sich schriftlich beim zuständigen Betriebsleiter bewerben.

Bei der SEK wird dann über die verbindliche Aufnahme eines Schülers aus dem Seehaus in eine Klasse und einen Betrieb entschieden. Darüber hinaus werden die voraussichtliche Dauer und das Ziel der Ausbildung mit dem Jugendlichen besprochen. Schließlich erfolgt die feste Zuordnung zu einem Betrieb.

Teilnehmer an der SEK sind der Schüler, sein Einzelgesprächspartner, der Bereichsleiter der Betriebe, sowie der Bereichsleiter der Schule.

Schule mit besonderen Voraussetzungen

Im Vergleich zu anderen Berufsschulen sind die Lehrer und Ausbilder in der Seehaus-Schule mit ganz spezifischen Herausforderungen konfrontiert. Zum einen gibt es große Unterschiede in Kenntnisstand und Leistungsvermögen der Schüler. Diese Lücken sind zum Beispiel durch Fehlzeiten oder Schulabbrüche in der Vergangenheit entstanden. Zum anderen war Schule für die meisten der jungen Männer nie ein beliebter Ort. Er wurde selten mit Erfolgserlebnissen in Verbindung gebracht.

Zum Teil ist die Einsicht bei den jungen Männern, dass es sich wirklich lohnt, in der Schule mit Fleiß und Ausdauer mitzuarbeiten, ein zartes Pflänz­chen, das ständig gehegt und ge­pflegt werden muss. Das fängt häufig mit ganz kleinen Dingen an, wie dem Mitschreiben, Abheften und Üben. Darüber hinaus fällt es den Schülern oft schwer, eine Motivation für langfristige Ziele aufzubringen. Eine unserer vordringlichsten Auf­gaben ist es daher, sie anzuspornen und ihnen gleichzeitig ihre Leistungen realistisch widerzuspiegeln.