Vertiefende Einblicke für die Praxis
In den Lebensläufen von Gewalt- und Sexualstraftätern finden sich häufig schwerwiegende Formen von Traumatisierungen, insbesondere Bindungstraumata. Diese Beobachtung weist auf einen Zusammenhang zwischen belastenden Erfahrungen in der Kindheit und späterer Gewaltdelinquenz hin.
Das Seminar vermittelt Einblicke in traumatische Wirkmechanismen und deren Einfluss auf die Entwicklung von Straftätern. Dabei werden Unterschiede zwischen einer „normalen“ und einer dissozialen Persönlichkeitsentwicklung betrachtet sowie Auswirkungen auf Wahrnehmung, Emotionsverarbeitung, Denken, Beziehungsgestaltung und Verhalten thematisiert.
Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
Termin: 10.11.2026
Uhrzeit: 09:30–16:30 Uhr
Ort: Seehaus Leonberg, Schickhardt Forum
Zielgruppe: Fachkräfte und andere Mitarbeitende, die mittelbar oder unmittelbar mit straffälligen Jugendlichen arbeiten – innerhalb oder außerhalb des Strafvollzugs.
Teilnahmegebühr: 160 €
Mindestteilnehmerzahl: 12
Maximale Teilnehmerzahl: 20
Inhalte der Fortbildung
Gewalthandlungen bei Jugendlichen können im Zusammenhang mit frühen Bindungs- und Entwicklungstraumata betrachtet werden. Das Seminar vermittelt ein fundiertes Verständnis dafür, wie traumatische Erfahrungen die Entwicklung von Straftätern beeinflussen können und welche Auswirkungen dies auf Wahrnehmung, Emotionsverarbeitung, Denken, Beziehungsgestaltung und Verhalten haben kann.
Im Mittelpunkt stehen traumatische Wirkmechanismen sowie der Zusammenhang zwischen Entwicklungstraumatisierungen und Gewalthandlungen. Die Teilnehmenden beschäftigen sich damit, wie sich biografische Hintergründe einordnen lassen und wie daraus Delikthypothesen vor dem Hintergrund früherer Traumatisierungen entwickelt werden können.
Darüber hinaus werden Überlegungen zur juristischen Würdigung von Traumata, beispielsweise im Rahmen einer Verhandlung, sowie Hinweise zum Umgang mit traumatisierten Jugendlichen und zur Behandlung von Tätern unter diesem Gesichtspunkt thematisiert.
Anhand zahlreicher Fallbeispiele und im gemeinsamen Austausch werden die Inhalte praxisnah vertieft und reflektiert.
Themenschwerpunkte
- Entwicklungstraumata und Gewalthandlungen
- Bindungstraumata und traumatische Wirkmechanismen
- Zusammenhang zwischen Kindheitserfahrungen und späterer Gewaltdelinquenz
- Auswirkungen von Traumatisierungen auf Wahrnehmung, Emotionsverarbeitung, Denken und Beziehungsgestaltung
- Dissoziale Persönlichkeitsentwicklung
- Erstellung von Delikthypothesen vor dem Hintergrund früherer Traumatisierungen
- Bedeutung von Traumata im juristischen Kontext
- Umgang mit traumatisierten Jugendlichen
- Hinweise zur Behandlung von Tätern unter dem Gesichtspunkt früherer Traumatisierungen
Seminarleitung
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Prof. Dr. phil. Johannes Lohner
Prof. Dr. phil. Johannes Lohner ist Diplom-Psychologe, Studiendekan der Fakultät Soziale Arbeit und Professor für Klinische Sozialarbeit an der Hochschule Landshut. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der psycho-sozialen Arbeit mit straffälligen Menschen, der Suizidprävention im Justizvollzug sowie den Auswirkungen von Haft und Gewalt im Strafvollzug.
Durch seine langjährige Lehr-, Forschungs- und Vortragstätigkeit im Bereich Justizvollzug, Straffälligenhilfe und Klinische Sozialarbeit verfügt er über umfassende Expertise an der Schnittstelle von Psychologie, Sozialer Arbeit und Strafvollzug. Seine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit Entwicklungstraumata, Gewaltstraftaten, Inhaftierung und Resozialisierung.
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