Schematherapeutische Perspektiven für die pädagogische Arbeit
Die Schematherapie eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis von Beziehungsmustern und schwierigen Interaktionsdynamiken im pädagogischen Alltag.
Der Workshop vermittelt pädagogischen Fachkräften grundlegende Konzepte der Schematherapie und zeigt, wie diese zur Entwicklung einer klareren Fallkonzeption und damit zum besseren Verständnis und zur Bewältigung schwieriger Interaktionsmuster im pädagogischen Alltag genutzt werden können. Anhand praxisnaher Beispiele lernen die Teilnehmenden, schematherapeutische Konzepte einzusetzen und Beziehungsmuster sowie Verhaltensweisen ihrer Klientinnen und Klienten besser einzuordnen.
Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
- Termin: 11.-12.06.2027
- Ort: Seehaus-Akademie Leonberg, Glemseck-Saal (Lageplan: 7.), Glemseck 1, 71229 Leonberg (Google Maps)
- Zielgruppe: Mitarbeitende aus pädagogischen Arbeitsfeldern
- Teilnahmegebühr: 380 € (inkl. Tagesverpflegung, ohne Abendessen)
- Mindestteilnehmendenzahl: 12
- Maximale Teilnehmendenzahl: 18
- Anmeldeschluss: 14.05.2027
Inhalte des Seminars
Die Schematherapie ist ein moderner und integrativer Ansatz der sogenannten „dritten Welle“ der kognitiven Verhaltenstherapie. Als transdiagnostisches Verfahren wurde sie für die Behandlung komplexer und chronischer psychischer Störungsbilder entwickelt, deren Entstehung häufig mit der Frustration grundlegender emotionaler Bedürfnisse und belastenden frühen Beziehungserfahrungen in Zusammenhang steht. Obwohl die Schematherapie primär ein psychotherapeutisches Verfahren darstellt, lassen sich ihre Grundannahmen und Konzepte gewinnbringend auf unterschiedliche pädagogische Arbeitsfelder übertragen.
Sie erwarten folgende Schwerpunkte
Grundlagen der Schematherapie: Sie lernen das Schema- und Modusmodell kennen und erfahren, wie sich zentrale schematherapeutische Konzepte auf pädagogische Fragestellungen und den Berufsalltag übertragen lassen.
Interaktions- und Beziehungsdynamiken verstehen: Sie entwickeln ein Verständnis dafür, wie emotionale Grundbedürfnisse, maladaptive Schemata und typische Bewältigungsstrategien das Erleben und Verhalten Ihrer Klient sowie wiederkehrende Interaktions- und Beziehungsmuster prägen und aufrechterhalten.
Fallkonzeption & Praxistransfer: Sie lernen, schematherapeutische Konzepte zur Entwicklung einer strukturierten, für den pädagogischen Kontext geeigneten Fallkonzeption einzusetzen, analysieren anhand eigener Fallbeispiele herausfordernde Interaktionssituationen und entwickeln schematherapeutische Perspektiven für Ihren beruflichen Alltag.
Selbstreflexion & professionelle Beziehungsgestaltung: Sie reflektieren ausgewählte Aspekte eigener Erlebens- und Verhaltensmuster im Hinblick auf Ihre berufliche Rolle und entwickeln konkrete Möglichkeiten zur bewussten Gestaltung professioneller Beziehungen sowie zum konstruktiven Umgang mit schwierigen Interaktionen.
Praxisanteile:
Die einzelnen Inhalte greifen ineinander und werden nicht isoliert vermittelt. Theorie, Selbstreflexion und Praxisanwendung stehen in enger Verbindung und unterstützen einen nachhaltigen Transfer in den pädagogischen Alltag.
Seminarleitung

Tabea Spilger
Dipl.-Soz. Päd., Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin
Tabea Spilger ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (Verhaltenstherapie) mit Weiterbildungen in Schematherapie und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) sowie Paartherapie. Sie ist zertifizierte Schematherapeutin für Kinder und Jugendliche der International Society of Schema Therapy (ISST).
In ihrer Praxis begleitet sie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen psychischen Störungsbildern und Entwicklungsherausforderungen. Zudem bietet sie Paartherapie an.
Vor ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit leitete sie eine Einrichtung der freien Jugendhilfe in Berlin-Kreuzberg und war in der Jugendsozialarbeit an Schulen tätig. Dadurch verbindet sie langjährige Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendhilfe mit ihrer psychotherapeutischen Expertise und verfügt über einen fundierten Blick auf die Lebenswelten junger Menschen sowie die Zusammenarbeit mit Familien und pädagogischen Fachkräften.

Thore Spilger
Dipl.-Psych. Thore Spilger (MPH), Psychologischer Psychotherapeut
Thore Spilger ist Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie) mit Zusatzqualifikation in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Lehrtherapeut und Supervisor in der Psychotherapieausbildung (VT). Er ist zertifizierter Schematherapeut sowie Trainer und Supervisor für Schematherapie der International Society of Schema Therapy (ISST) und verfügt über zahlreiche Weiterbildungen, u. a. in EMDR, Traumatherapie, Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) sowie Paartherapie.
Er ist in eigener Praxis niedergelassen und behandelt schwerpunktmäßig Erwachsene mit Persönlichkeitsstörungen (wie Borderline-PS), Traumafolgestörungen, chronischen Angst- und affektiven Störungen, Zwangsstörungen und ADHS. Darüber hinaus bietet er Paartherapie an.
Er verfügt über langjährige Erfahrung in der ambulanten und stationären psychotherapeutischen Versorgung von Erwachsenen als auch von Kindern und Jugendlichen und ist zudem in Lehre und Supervision tätig.
Beide verbinden fundiertes therapeutisches Fachwissen mit einem klaren Blick für die Anforderungen pädagogischer Praxis. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und Fachkräften konkrete, umsetzbare Zugänge für ihre Arbeit zu eröffnen.
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