Trauer in Haft – Die unsichtbare Last begleiten
Sensibilisierung und Handlungssicherheit für die Arbeit mit (Ex-)Inhaftierten.
Menschen in Haft erleben Trauer oft zweifach: Der schmerzhafte Verlust eines geliebten Menschen trifft auf ein Umfeld, das bereits durch Freiheitsentzug und soziale Isolation geprägt ist. Dieses Seminar sensibilisiert Sie für die besonderen Dynamiken dieser „Doppeltrauer“ und vermittelt Ihnen praxisnahe Methoden sowie eine reflektierte Haltung, um Inhaftierten in dieser Krise Halt zu geben und Ihre eigene Handlungssicherheit zu stärken.
Was Sie mitnehmen:
- Fachliche Sensibilisierung: Verstehen Sie die Dynamik der „aberkannten Trauer“ im JVA-Kontext.
- Authentische Einblicke: Stimmen Inhaftierter aus der praktischen Arbeit der Referentin kommen zu Wort.
- Konkrete Werkzeuge: Sie erhalten hilfreiche Gesprächsansätze und Ideen für Abschiedsrituale für Ihren Arbeitsalltag.
- Eigene Entlastung: Erhöhen Sie Ihre Verhaltenssicherheit durch klare Rollendefinition und Netzwerkarbeit.
Allgemeine Informationen
| Donnerstag, 16.07.2026
9:00 – 13:00 Uhr |
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| Ehren- und Hauptamtliche in der Arbeit mit (Ex-)Inhaftierten und andere, am Thema interessierte Fachkräfte | |
| Online | |
| 55 Euro | |
Janina Van Wyk Sozialarbeiterin, Expertin für Traumapädagogik & Trauerbegleitung
Janina Van Wyk bringt langjährige Erfahrung aus der direkten Arbeit mit Inhaftierten mit. Als ausgebildete Traumapädagogin sowie Trauerrednerin verbindet sie fachliche Tiefe mit menschlicher Empathie.
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Die detaillierten Inhalte des Vormittags:
1. Das Phänomen „Doppeltrauer“:
In diesem ersten Block setzen wir uns intensiv mit der Haftsituation als eigenständiger Ursache für Verlusterfahrungen auseinander. Wir beleuchten, wie ein Todesfall im sozialen Nahraum in diesen ohnehin bestehenden Ausnahmezustand hineinplatzt und welche spezifischen Faktoren die Trauer im JVA-Kontext behindern oder erschweren können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der hochsensiblen Dynamik, die entsteht, wenn Familienmitglieder oder sogar die verstorbene Person selbst Opfer der inhaftierten Person waren.
2. Begleitung & Methoden:
Der zweite Teil des Seminars widmet sich der praktischen Unterstützung und der Bedeutung von Emotionen sowie dem sozialen Umfeld während des Trauerprozesses. Wir erarbeiten konkrete Wege des Praxis-Transfers: von der Frage nach Teilhabemöglichkeiten an Beerdigungen bis hin zur Gestaltung individueller Abschiedsrituale innerhalb der Anstaltsmauern. Zudem diskutieren wir die wechselseitigen Einflüsse zwischen tiefgreifenden Trauerprozessen und den laufenden Behandlungs- sowie Resozialisierungsprogrammen.
3. Rollenklarheit & Best Practice
Zum Abschluss reflektieren wir die eigene professionelle oder ehrenamtliche Rolle: Welche Chancen bieten sich in der Begleitung und wo liegen die notwendigen Grenzen der Unterstützung? Basierend auf wertvollen Praxiserfahrungen und den Stimmen Inhaftierter stellen wir ein Best-Practice-Modell vor. Ziel ist es, durch transparente Netzwerkarbeit und klare Haltung die eigene Verhaltenssicherheit zu stärken und den Betroffenen im Haftalltag eine verlässliche Stütze zu sein.
Anmeldung
JETZT ANMELDEN- Anmeldeschluss: 02.07.2026
- Mindestteilnehmerzahl: 10
Sollten Sie Fragen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an: Akademie(at)Seehaus-ev.de


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