Trauer in Haft – Die unsichtbare Last begleiten
Sensibilisierung und Handlungssicherheit für die Arbeit mit (Ex-)Inhaftierten.
Was Sie mitnehmen:
- Fachliche Sensibilisierung: Verstehen Sie die Dynamik der „aberkannten Trauer“ im JVA-Kontext.
- Authentische Einblicke: Stimmen Inhaftierter aus der praktischen Arbeit der Referentin kommen zu Wort.
- Konkrete Werkzeuge: Sie erhalten hilfreiche Gesprächsansätze und Ideen für Abschiedsrituale für Ihren Arbeitsalltag.
- Eigene Entlastung: Erhöhen Sie Ihre Verhaltenssicherheit durch klare Rollendefinition und Netzwerkarbeit.
Die detaillierten Inhalte des Vormittags:
1. Das Phänomen „Doppeltrauer“:
In diesem ersten Block setzen wir uns intensiv mit der Haftsituation als eigenständiger Ursache für Verlusterfahrungen auseinander. Wir beleuchten, wie ein Todesfall im sozialen Nahraum in diesen ohnehin bestehenden Ausnahmezustand hineinplatzt und welche spezifischen Faktoren die Trauer im JVA-Kontext behindern oder erschweren können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der hochsensiblen Dynamik, die entsteht, wenn Familienmitglieder oder sogar die verstorbene Person selbst Opfer der inhaftierten Person waren.
2. Begleitung & Methoden:
Der zweite Teil des Seminars widmet sich der praktischen Unterstützung und der Bedeutung von Emotionen sowie dem sozialen Umfeld während des Trauerprozesses. Wir erarbeiten konkrete Wege des Praxis-Transfers: von der Frage nach Teilhabemöglichkeiten an Beerdigungen bis hin zur Gestaltung individueller Abschiedsrituale innerhalb der Anstaltsmauern. Zudem diskutieren wir die wechselseitigen Einflüsse zwischen tiefgreifenden Trauerprozessen und den laufenden Behandlungs- sowie Resozialisierungsprogrammen.
3. Rollenklarheit & Best Practice
Zum Abschluss reflektieren wir die eigene professionelle oder ehrenamtliche Rolle: Welche Chancen bieten sich in der Begleitung und wo liegen die notwendigen Grenzen der Unterstützung? Basierend auf wertvollen Praxiserfahrungen und den Stimmen Inhaftierter stellen wir ein Best-Practice-Modell vor. Ziel ist es, durch transparente Netzwerkarbeit und klare Haltung die eigene Verhaltenssicherheit zu stärken und den Betroffenen im Haftalltag eine verlässliche Stütze zu sein.
Allgemeine Informationen
| Donnerstag, 16.07.2026
9:00 – 13:00 Uhr |
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| Ehrenamtliche und hauptamtliche Arbeit mit (Ex-)Inhaftierten | |
| Online | |
| 55 Euro | |
Janina Van Wyk Sozialarbeiterin, Expertin für Traumapädagogik & Trauerbegleitung
Janina Van Wyk bringt langjährige Erfahrung aus der direkten Arbeit mit Inhaftierten mit. Als ausgebildete Traumapädagogin sowie Trauerrednerin verbindet sie fachliche Tiefe mit menschlicher Empathie. |
Anmeldung
Trauer in Haft ist oft eine einsame Antwort auf eine laute Welt. Mein Ziel ist es, Begleitenden das Werkzeug zu geben, dieses Schweigen gemeinsam mit den Betroffenen auszuhalten und Brücken zurück ins Leben zu bauen.
über das JETZT ANMELDEN
- Anmeldeschluss: 02.07.2026
- Mindestteilnehmerzahl: 10
Sollten Sie Fragen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an: Akademie(at)Seehaus-ev.de


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