„Gewaltfrei? Bin dabei!“ – was zunächst wie ein einfacher Slogan klingt, wurde für die jungen Männer der Berufsschule im Seehaus Leipzig zu einer echten Haltung.
Im Rahmen des bundesweiten Kreativwettbewerbs des Programms „Jugend will sich-er-leben (JWSL)“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) haben sie sich genau damit auseinandergesetzt: Was bedeutet Gewalt im eigenen Alltag? Wo beginnt sie und wie kann man ihr begegnen?
Für viele der Teilnehmer ist das keine abstrakte Frage. Es geht um eigene Erfahrungen, um Konflikte, um Entscheidungen und natürlich auch um die Möglichkeit, neue Wege zu gehen. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Ausbildung. In der angegliederten Berufsschule können die Teilnehmer Schulabschlüsse nachholen und gleichzeitig ganz praktisch arbeiten – aktuell etwa beim Bau eines neuen Werkstattgebäudes auf dem Gelände am Hainer See. Genau dort, auf der Baustelle, entstand auch die Idee für den prämierten Film.
Denn das Wettbewerbsthema „Gewaltfrei? Bin dabei! Sicher in Ausbildung und Beruf“ wurde hier ganz konkret: Wie sieht der Umgangston auf dem Bau aus? Wo beginnt Gewalt? Vielleicht schon in Sprache, im Ton, im Umgang miteinander? Und wie kann man bewusst anders handeln?
Aus Gesprächen, eigenen Erlebnissen und intensiven Diskussionen entwickelte sich Schritt für Schritt ein Videoprojekt. Die jungen Männer setzten ihre Ideen kreativ um – auch mit digitalen Mitteln und neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Entstanden ist ein Film, der den oft rauen Umgang auf Baustellen aufgreift und hinterfragt, ohne zu belehren.
Für diesen Beitrag wurde die Berufsschule des Seehaus Leipzig ausgezeichnet. Der Gewinn des Wettbewerbs und das Preisgeld von 750 Euro sind eine schöne Anerkennung. Noch wichtiger ist jedoch das, was dahintersteht: junge Männer, die sich ehrlich mit einem herausfordernden Thema auseinandersetzen und Verantwortung für ihr eigenes Handeln übernehmen.
Im Seehaus Leipzig ist die Freude über die Auszeichnung groß. Und gleichzeitig bleibt das Thema lebendig: „Gewaltfrei? Bin dabei!“ ist kein abgeschlossener Wettbewerb, sondern ein Anspruch, der im Alltag weiterwirkt – auf der Baustelle, im Zusammenleben und auf dem weiteren Lebensweg.

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