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Justizminister Oppelt unterstützt Opferperspektive in der Justiz

Am 5. August, weniger als drei Monate nach Amtsantritt, besuchte der baden-württembergische Justizminister Moritz Oppelt (CDU) das Seehaus in Leonberg. Zusammen mit den Wahlkreisabgeordneten Albrecht Stickel (CDU) und Peter Seimer (Grüne) traf er Opfer wie Täter und informierte sich über die Arbeit des Seehaus e. V.

Torsten (Mitte, Name geändert) führt Justizminister Oppelt (links) durch die Seehaus-Ausbildungsbetriebe

Torsten (Mitte, Name geändert) führt Justizminister Oppelt (links) durch die Seehaus-Ausbildungsbetriebe

Torsten*, ein junger Mann im Seehaus-Strafvollzug, führte die Delegation über das Gelände – durch die Werkstätten, die Wohngemeinschaft, auch durch den Kindergarten. Irmela Abrell, die Leiterin des Strafvollzugs, berichtete von dem Konzept dahinter.

Die Delegation lernte auch Melanie* und Hugo* kennen. Nach einem Einbruch war das Leben der beiden aus den Fugen geraten. Fast einen Monat suchten sie nach Hilfe. Nach einer langen Odyssee wurden sie bei der Seehaus-Opferberatung fündig. Geholfen hatte auch die Teilnahme an einem „Opfer und Täter im Gespräch“, einem Programm bei dem jeweils 4-6 Opfer und Täter zu Gruppengesprächen treffen. Der Heilungsprozess zog sich Monate, aber so langsam können sie wieder in ein normales Alltagsleben zurückkehren. Elvira Pfleiderer, die im Seehaus die Opferhilfe leitet, interviewte die beiden.

Moritz Oppelt im Gespräch mit Tobias Merckle, Vorstand des Seehaus e. V.

Moritz Oppelt im Gespräch mit Tobias Merckle, Vorstand des Seehaus e. V.

Im anschließenden Gespräch zeigte sich Justizminister Oppelt bewegt von diesen persönlichen Begegnungen. „Was ich von meinem Besuch mitnehme, ist die menschliche Ebene. Die Gegenüberstellung von Opfern und Tätern und das, was den straffälligen Jugendlichen im Seehaus mitgegeben wird – das ist unbezahlbar.“

Justizminister Moritz Oppelt (3. v. r.) mit Peter Seimer (2. v. r.) und Albrecht Stickel (4. v. r.) sowie Seehaus-Mitarbeitern

Justizminister Moritz Oppelt (3. v. r.) mit Peter Seimer (2. v. r.) und Albrecht Stickel (Mitte) sowie Seehaus-Mitarbeitern

Oppelt signalisierte auch Unterstützung für eine wachsende Opferorientierung in der Justiz – ein zentrales Anliegen des Seehaus e. V. Den Verein betrachtet Oppelt dabei als Impulsgeber. „Im Seehaus werden Erfahrungen gesammelt, die für den Gesamtvollzug relevant sind. Von hieraus können wir Lehren ziehen, was wir im Strafvollzug verbessern müssen“, so der Justizminister. Dem pflichtet sein Parteikollege Stickel bei: „Ziel sollte sein, dass wir das, was hier im Seehaus passiert, mehr in die Fläche bekommen. Wir sollten uns deshalb fragen, was wir davon in die bestehenden Strukturen des Strafvollzugs und der Opferhilfe implementieren können.“

*Namen geändert