Aktuelles

Custombike „made in prison“

Verlosung von Custombike „made in prison“

Ein von Royal Enfield gespendetes, von Enrico de Haas von Wannabe Choppers zusammen mit Jugendlichem im Strafvollzug in freien Formen umgebautes Motorrad wird beim Glemseck 101 zugunsten von Opfer- und Traumaberatungsstellen verlost.

Zur Motorradverlosung …. 

Fotos: Chris Graf-Allgeier

Von Freitag bis Sonntag (4.9.-6.9.2026) findet das größte markenunabhängige Motorradtreffen Europas in Leonberg statt. Beim Glemseck 101 findet man alles, was das Motorradherz begeistert: 1/8 Meile Sprints, Händlermeile Probefahrten, Live Musik Rock & Rockabilly Treffen und eine vielfältige Gastronomie. Auch ein Christian Village, Motorradgottesdienst und Motorradsegen sind Teil des Programms. Fast alle bedeutenden Motorradhersteller lassen es sich nicht nehmen, ihre Motorräder auszustellen und auch auf der Sprint-Strecke zu messen.

Ein besonders Highlight dabei ist die Verlosung der PARIVAR und vielen anderen Sachpreisen durch Seehaus e. V., einem gemeinnützigen Verein, der in den Bereichen Opferhilfe, Straffälligenhilfe und Prävention tätig ist und mit dem Seehaus Leonberg eine Alternative zum herkömmlichen Jugendstrafvollzug anbietet – direkt an der Solitude Rennstrecke und dem Glemseck 101.

Royal Enfield unterstützt Seehaus e. V. schon im dritten Jahr in Folge mit einem Motorrad. Eine Royal Enfield Shotgun 650 wurde von Customizer Enrico de Haas von „Wannabe Choppers“ mit Jugendlichen aus dem Strafvollzug in freien Formen umgebaut. In der Seehaus-eigenen Werkstatt Glemseck Moto haben die Jugendlichen Teile für die PARIVAR (indisch für Familie) hergestellt. „Früher haben sie ihre Fähigkeiten dazu genutzt Straftaten zu begehen und anderen zu schaden. Jetzt setzten sie ihre Fähigkeiten positiv für die Gesellschaft ein“, so Tobias Merckle, geschäftsführender Vorstand von Seehaus e. V.. Der Erlös der Verlosung wird für die Opfer- und Traumaberatungsstellen von Seehaus e. V. verwendet. So können durch den Einsatz der Jugendlichen Opfer Unterstützung dabei finden, Traumata aufzuarbeiten. Dies ist ganz im Sinne von Restorative Justice, einem anderen Ansatz vom Umgang mit Konflikten, bei dem die Bedürfnisse der Opfer und Verantwortungsübernahme und Wiedergutmachung durch den Täter im Mittelpunkt stehen. „Wir sind Royal Enfield und Enrico de Haas sehr dankbar für die Möglichkeit, ein handwerklich so tolles Projekt umzusetzen und dadurch unsere Jungs einerseits weiterzubringen und die Opferhilfe zu unterstützen“, so Merckle. Passend dazu ist der Spruch, der statt dem Nummernschild am Fahrzeug prangt: „Embrace forgiveness and find peace“.

Foto: Jonathan Janzen

Bei der Parivar prägen eigens gefertigte Gussteile aus Aluminium und Messing die Formensprache. Kraftstofftank, Seitendeckel und Heckschutzblech wurden aus Aluminium gegossen und mit ebenfalls gegossenen Messing-Inlays versehen. Am 650er-Twin kommen gerippte Aluminium-Seitendeckel aus Guss und ein polierter Ventildeckel zum Einsatz. Die serienmäßigen Felgen wurden poliert.

Auch Fahrwerk und Proportionen wurden überarbeitet. Die serienmäßige Gabel wurde modifiziert, die hinteren Federbeine um sechs Zentimeter tiefergelegt. Die Armaturen sind von Wannabe Choppers und wurden für den Umbau leicht modifiziert. Der Auspuff stammt von einer Royal Enfield Classic 650, die Beleuchtung von Kellermann und der Lenker von Wunderkind Custom. Sitz, Spiegel und Ventilklappen kommen von Dock66.

Der Serienrahmen der Shotgun 650 blieb erhalten. Trotz der umfangreichen Modifikationen ist das Custombike in Deutschland straßenzulassungsfähig und als Alltagsmotorrad konzipiert. John Doe liefert die passende Kleidung, um mit der PARIVAR auf der Rennstrecke zu fahren.

Die Lose sind beim Glemseck 101 vor Ort erhältlich und online (www.seehaus-ev.de/verlosung) über das Seehaus e. V. Die PARIVAR wird von Royal Enfield noch auf Messen weltweit präsentiert – wird also noch berühmter, bevor der Gewinner sie dann ausgehändigt bekommt.

 

Totalumbau als Versteigerungsmotorrad

Parallel zur PARVIAR entstand im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts auf Basis einer zweiten Royal Enfield Shotgun 650 die „Shilpa“, Hindi für „Handwerkskunst“. Sie verfolgt einen radikaleren Ansatz und wird beim Glemseck 101 erstmals präsentiert. Am Samstag, den 5. September, um 13:00 Uhr treten beide Custombikes gegeneinander an und eröffnen damit das Renngeschehen auf der legendären Achtelmeile des Glemseck 101.

Fotos und Pressekit von Royal Enfield: https://drive.google.com/drive/folders/1zNwLTYLRrR3nX8gWebcz1BofLT_fbovu

Über Seehaus e. V.

Seehaus e. V. ist in Opferhilfe, Straffälligenhilfe und Prävention in Leonberg und Leipzig tätig. Der Verein betreibt Strafvollzug in freier Form, Opfer- und Traumaberatungsstellen, ambulante Maßnahmen für straffällige Jugendliche, Opferempathietraining, Wohngruppenvollzug und Präventionsarbeit. Die Arbeit basiert auf den Prinzipien von „Restorative Justice”, welche die Bedürfnisse der Geschädigten und Wiedergutmachung in den Mittelpunkt stellen. Mehr Infos: seehaus-ev.de

Über Royal Enfield

Royal Enfield baut seit 1901 ununterbrochen Motorräder und ist damit die älteste dauerhaft produzierende Motorradmarke der Welt. Nach der Gründung und Produktion in England  entsteht 1955 eine Produktionsstätte in Madras, Indien. Das Unternehmen wächst im indischen Markt und treibt das Segment der Mittelklassemotorräder (250–750 cm³) voran. Royal Enfield Motorräder begeistern mit Unkompliziertheit. Die Marke nennt diesen Ansatz „Pure Motorcycling“. www.royalenfield.com/de

Über Enrico de Haas

Enrico de Haas gründete 2004 das Label “Wannabe Choppers”. Seitdem hat er über 50 Motorräder auf- und umgebaut. Seine Umbauten zeichnen sich durch traditionelle Handwerkstechnik aus. Zudem entwickelt er Custom-Parts, die weltweit verbaut werden. Mehr Infos: wannabe-choppers.de