Wie funktioniert Strafvollzug ohne Gitter? Welche Chancen bietet das Leben im Seehaus und wo liegen die Grenzen des Konzepts? Mit diesen Fragen hat sich eine Reporterin der Leipziger Volkszeitung (LVZ) und der Sächsischen Zeitung (SZ) beschäftigt. Für ihre Reportage besuchte sie das Seehaus Leipzig am Hainer See und begleitete unsere jungen Männer durch ihren Alltag.
Dabei entstanden persönliche Einblicke und Gespräche, die zeigen, was den Strafvollzug in freier Form ausmacht. Im Mittelpunkt steht unter anderem Fabian (Name geändert), der im Seehaus eine Zimmermannsausbildung absolviert und offen über seine Vergangenheit, seine Fehler und seine Zukunftspläne spricht.
Über die Möglichkeit, sein Leben neu auszurichten, sagt er: „Ich habe die Chance, hier mein Leben zu ändern.“

Ein differenzierter Blick auf das Seehaus
Die Reportage beleuchtet auch kritische Fragen: Wie sicher ist ein Gefängnis ohne Mauern? Wie erfolgreich ist dieser Ansatz bei der Vermeidung weiterer Straftaten? Und was passiert, wenn die jungen Männer nach ihrer Haftzeit wieder auf sich allein gestellt sind?
Dazu kommen neben den persönlichen Erfahrungen auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wort. Der Leipziger Psychologe Torsten Klemm (ISONA – Institut für sozialtherapeutische Nachsorge und Resozialisationsforschung) hat den Strafvollzug in freier Form im Auftrag des sächsischen Justizministeriums untersucht. Die Ergebnisse geben Einblicke in die langfristige Entwicklung ehemaliger Bewohner und zeigen, welche Bedeutung dieser besondere Ansatz für die Resozialisierung haben kann. Dabei geht es auch um die Frage, wie junge Männer nach ihrer Zeit im Seehaus ihren Weg in ein straffreies Leben finden.
Die Reportage nimmt damit sowohl die Chancen als auch die Grenzen dieses besonderen Vollzugsmodells in den Blick.
Wir freuen uns über das Interesse und die Zeit, die sich Roberta Knoll und ihr Team für den Besuch im Seehaus genommen haben. Solche Begegnungen ermöglichen es, unsere Arbeit und die Menschen dahinter jenseits von Vorurteilen kennenzulernen.
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Die vollständige Reportage ist in der Leipziger Volkszeitung und der Sächsischen Zeitung erschienen. (Achtung, Paywall!)

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