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Schulabschlussfeier für die Seehaus-Jungs in Leonberg

Mit der Schulabschlussfeier in der Zimmerei ist für unsere Seehaus-Jungs in Leonberg das Schuljahr 2018/19 offiziell zu Ende gegangen. Einige bekamen am Sonntag, 28. Juli,  ihr Zwischenzeugnis überreicht, andere bereits das Abschluss-Zeugnis für das erste Lehrjahr in den Bereichen Holztechnik, Bautechnik und Metalltechnik.

Alle neun zur Prüfung angetretenen Schüler haben ihr erstes Ausbildungsjahr erfolgreich abgeschlossen, die Hälfte davon sogar mit einem Notenschnitt von unter 2,0. Die diesjährige Klasse der Metalltechnik war die leistungsstärkste seit Bestehen der Seehaus-Schule, wie stellvertretender Schulleiter Andreas Ziegner berichtete. „Einer der Jungs schloss mit einem Schnitt von 1,2 ab und sicherte sich damit einen Platz in der internen Hall of Fame“, sagte er.

Für fünf Jungs endete mit der Abschlussfeier nicht nur das Schuljahr, sondern zugleich ihre Zeit im Strafvollzug in freier Form. Sie wurden von Seehaus-Leiter Tobias Merckle zu Seehaus-Alumni ernannt und repräsentieren fortan die Einrichtung in der Öffentlichkeit.

Abschied nehmen hieß es auch von zwei Lehrkräften, die stundenweise an der Seehaus-Schule tätig waren. Mit Michael Dorn geht ein wahres Urgestein des Lehrerkollegiums. Er unterrichtete über viele Jahre Religion und Wirtschaftskunde. Manuela Rohrer hatte im vergangenen Jahr die Englisch-Stunden für die Seehaus-Jungs gestaltet.

Die Festrede bei der Schulabschlussfeier hielt Dr. Ralf Richard Peters. Der Jurist ist Mitglied des Seehaus-Aufsichtsrates. „In ein paar Minuten habt ihr Wertpapiere in der Hand. Allerdings keine solchen, die ihr auf die Bank legen könnt. Diese Wertpapiere sind ganz persönlich auf euch ausgestellt. Und gerade das macht sie so wertvoll“, sagte er an die Seehaus-Jungs gewandt. „Dass ihr so viel Charakter und Ausdauer gezeigt habt, freut mich sehr. Deshalb ist es mir eine Ehre, euch zu eurem schulischen Erfolg zu gratulieren. Seht zu, wie ihr auf dieses Fundament aufbaut. Nutzt die Chancen und lasst eure Gaben und Talente nicht verkümmern. Im Handwerk werden Fachkräfte dringend gesucht. Da habt ihr gute Chancen, auch wenn eure Lebensläufe nicht immer geradlinig waren“, führte Dr. Peters weiter aus.

Das Seehaus bürgt nach seinen Worten für Qualität in der Ausbildung und stellt eine gute Vorbereitung auf das Leben in Freiheit dar. Die Seehaus-Jungs hätten trainiert, mit anderen zusammenzuleben, sich bei der Arbeit aufeinander zu verlassen und ihren Tagesablauf zu ordnen. An die Eltern und Freunde appellierte Dr. Peters, die jungen Männer auf ihrem neuen Weg zu begleiten und  zu unterstützen.

Axel Jeroma