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Nachruf für Ruth Merckle von Bürgermeister Jörg Seibold

Ehrenbürgerin Ruth Merckle, Nachruf Bürgermeister Jörg Seibold

Trauergottesdienst am 07.05.2018, Ulmer Münster

                                                                                                                         

Bürgermeister Herr Seibold  Liebe Familie Merckle, liebe Familie Holland,

liebe Angehörige,

liebe Trauergemeinde,

Ruth Merckle ist nach einem erfüllten Leben von uns gegangen. Ihr Tod schmerzt und lässt uns trauernd zurück. Unser aller Anteilnahme und auch jene der Stadt Blaubeuren und der Stiftung Urgeschichtliches Museum Blaubeuren gilt zuallererst der Familie, aber auch den vielen Freunden und Lebensbegleitern von Ruth Merckle.

Persönlich, aber auch für die Bürgerschaft der Stadt Blaubeuren und für die Museumsstiftung sage ich Ihnen mein herzlich empfundenes Beileid und Mitgefühl.

Wir sind heute und gedanklich in Zukunft bei Ihnen und auch bei Ruth Merckle.

Persönlich habe ich Ruth Merckle als eine kluge, bescheidene und den Menschen zugewandte Frau erlebt. Sie war hilfsbereit und hat ihren Glauben aktiv gelebt und wohl auch bis zum Schluss Halt darin gefunden.

Ruth Merckle hat große, positive und bleibende Spuren in unserer Gemeinschaft hinterlassen. Und diese Spuren, die guten Erinnerungen, die damit verbundene Dankbarkeit – das alles wird bleiben über den Tod hinaus.

Lieber Herr Merckle,

als Sie mich anriefen, um mir den Tod Ihrer Mutter mitzuteilen sprachen Sie auch darüber, dass es Ruth Merckle in der letzten Phase ihres Lebens gesundheitlich nicht gut ging. Vermutlich hat sie ihr Ende auf dieser Welt als Erlösung und als Heimgehen zu ihrem Gott empfunden. Sie – die Familie und sicher auch Freunde – hatten Zeit, sich mit dem unvermeidbaren Abschied auseinanderzusetzten und einen solchen Abschied auch anzunehmen.

Das relativiert den Verlust nicht, das mildert den Tod nicht. Aber es lässt mich wünschen und hoffen, dass Ruth Merckle in innerem Frieden gegangen ist und ein reich gefülltes Leben seinen stimmigen Abschluss im Kreise der Familie gefunden hat.

Die Stadt Blaubeuren verliert mit Ruth Merckle ihre Ehrenbürgerin und eine große Förderin unseres Gemeinwesens.

Sie war unter anderem viele Jahre Mitglied im evangelischen Kirchengemeinderat in Blaubeuren.

In der Firma Merckle hat Ruth Merckle gemeinsam mit ihrem Mann sehr auf eine persönliche Atmosphäre zu den Beschäftigten geachtet. Sie führte familiengerechte Arbeitszeitmodelle ein, organisierte Mitarbeiterfeste, setzte sich für Kunst am Arbeitsplatz ein und kümmerte sich auch darum, dass eine Seelsorgerin als Ansprechpartnerin für Beschäftigte der Firma da war.

Ruth Merckle hatte gemeinsam mit ihrer Familie schon früh Interesse an der Urgeschichte unserer Region und unterstützte auf vielen Wegen und seit Jahrzehnten die Forschung und Präsentation. Dies geschah zu einer Zeit, als das Thema noch längst nicht die öffentliche Aufmerksamkeit fand, wie das heute der Fall ist. Es ist maßgeblich auch Ihnen, liebe Familie Merckle, zu verdanken, dass die Stiftung Urgeschichtliches Museum ins Leben gerufen werden konnte.

Ruth Merckle hat durch ihre Lebensleistung und durch ihr kulturelles wie soziales Engagement für ihre Mitmenschen relevante und signifikante Spuren hinterlassen. Sie hat geholfen, gefördert und initiiert. Vieles davon lief im Stillen, nie bedacht auf eine öffentliche Wirkung.

Mit der Ernennung von Ruth Merckle zur Ehrenbürgerin der Stadt Blaubeuren im März 1994 wurde dieses breite Wirken in der Kirche, der Wirtschaft, der Kultur und im gesellschaftlichen Bereich der Stadt und weit darüber hinaus gewürdigt.

In Dankbarkeit aber auch mit Traurigkeit denken wir an sie und behalten sie in guter Erinnerung als eine große Förderin der Stadt Blaubeuren.

Wir, die Bürgerinnen und Bürger Blaubeurens, trauern gemeinsam mit Ihnen und denken dankbar und in Verbundenheit an Ruth Merckle.

Quelle Foto: Stadt Blaubeuren

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